Baustelle an der Leiblach ab September

ökologischen Gewässerverbesserung an der Leiblach bei Hörbranz

Die geplante Baustelle an der Leiblach dient einer umfassenden ökologischen Gewässerverbesserung innerhalb des Natura-2000-Gebietes. Der Hochwasserschutz wird nicht verschlechtert.

Durch die Kombination aus:

  • strukturreicher Gewässergestaltung 
  • gezielter Aufweitung 
  • Sohlenstabilisierung 
  • Förderung standortgerechter Ufergehölze 
  • Verbesserung der Beschattung 

sollen sowohl die ökologischen Defizite des Gewässers als auch die wasserbaulichen Herausforderungen nachhaltig verbessert werden. 

Die Maßnahme stellt damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der ökologischen und hydraulischen Funktionsfähigkeit der Leiblach dar.


Statement von Umweltminister Norbert Totschnig:

„Intakte Flüsse und Bäche sind Lebensräume für viele Tiere und Pflanzen. Investitionen in die Gewässerökologie stärken die ökologische Funktionsfähigkeit unserer Fließgewässer, erhöhen ihre Resilienz und wirken sich langfristig positiv auf Umwelt und Gesellschaft aus. 

Daher investieren wir seit Jahren österreichweit in gewässerökologische Maßnahmen. 

Für die Ökologisierung der Leiblach in Hörbranz stellt das BMLUK rund 2,5 Millionen Euro zur Umsetzung dieses Renaturierungsprojekts zur Verfügung. 

Dadurch wird ein ökologisch besonders wertvoller Lebensraum im Natura 2000 Gebiet geschaffen und gleichzeitig der Hochwasserschutz für die Bevölkerung gestärkt“.


Öffentliche Besichtigung

Für interessierte Bürger veranstaltet das Land Vorarlberg, Abteilung Wasserwirtschaft gemeinsam mit der Marktgemeinde Hörbranz eine Informationsveranstaltung kurz vor Baustart.

Freitag, 25. September, 16.30 Uhr, Treffpunkt: Amerikaweg, Kreuzung Radweg

Allgemeine Beschreibung

Im Bereich der Leiblach zwischen Flusskilometer 1,0 (Bereich Firma Rupp) und Flusskilometer 2,1 (Autobahnbrücke) ist eine umfassende gewässerbauliche Maßnahme vorgesehen. 

Der betroffene Abschnitt liegt innerhalb des Europaschutzgebietes Natura 2000 und besitzt eine hohe ökologische sowie wasserwirtschaftliche Bedeutung.

Die geplanten Maßnahmen dienen der ökologischen Aufwertung des Gewässers, indem ein deutlich strukturreicherer aquatischer Lebensraum geschaffen wird. Von diesen Maßnahmen profitiert auch der Hochwasserschutz.



Ökologische Bedeutung

Die Leiblach stellt in diesem Bereich einen wichtigen Lebensraum für zahlreiche geschützte Tierarten dar. Dazu zählen unter anderem:

  • Biber 
  • Eisvogel 
  • Koppe 
  • Strömer 


Besonders die Koppe als sogenannter „schwimmschwacher“ Fisch ist auf strukturreiche Gewässerabschnitte mit unterschiedlichen Strömungsverhältnissen angewiesen.

Darüber hinaus dient die Leiblach als bedeutendes Laichgewässer für die Bodenseeforelle. Die saisonalen Fischwanderungen besitzen eine hohe ökologische Relevanz und können hinsichtlich ihrer Bedeutung mit den bekannten Lachs-Wanderungen in Alaska verglichen werden.


Bestehende Problemlagen

Derzeit weist der betroffene Abschnitt ein deutliches Defizit an schattenwirksamer Ufervegetation auf. Insbesondere auf der Vorarlberger Seite fehlt entlang nahezu der gesamten Strecke ein ausreichender Gehölzbestand. 

Dadurch kommt es in den Sommermonaten zu einer starken Erwärmung des Gewässers. An der Pegelstation wurden bereits Wassertemperaturen von über 30 °C gemessen.

Diese hohen Temperaturen beeinträchtigen:

  • den Sauerstoffgehalt des Wassers 
  • die Lebensraumqualität für Fische und Kleinlebewesen
  • die Fortpflanzung empfindlicher Arten 
  • die ökologische Stabilität des Gewässers 

Strukturarmes Gewässerprofil

Die bestehende Gewässersohle stellt sich derzeit als weitgehend strukturarmes Gerinne ohne ausreichende Tiefen- und Fließgeschwindigkeitsvariabilität dar. Es fehlen:

  • abwechslungsreiche Strömungszonen 
  • tiefere Kolkbereiche 
  • flachere Ruhigwasserzonen 
  • natürliche Sohlenstrukturen 


Dadurch ist die ökologische Qualität des Gewässers eingeschränkt und die Stabilität der Gewässersohle vermindert.


Sohleintiefung und Hochwasser 2024

Beim Hochwasserereignis 2024 mit einem Abfluss von rund 190 m³/s wurde die bereits bestehende Sohleintiefungstendenz deutlich sichtbar verstärkt.

Die fortschreitende Tiefenerosion führt langfristig zu:

  • Instabilität der Uferbereiche 
  • Verlust wertvoller Flachwasserbereiche 
  • Verschlechterung aquatischer Lebensräume 
  • erhöhter hydraulischer Belastung 


Die geplanten Maßnahmen sollen dieser Entwicklung gezielt entgegenwirken.



Maßnahmen und Optimierung

Im obersten Bereich des Bauabschnittes ist eine größere Aufweitung des Gewässers vorgesehen. Diese soll abschnittsweise bis zu etwa 10 Meter zusätzliche Breite schaffen. 

Im überwiegenden Teil des Ausbauabschnittes bleiben die angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen jedoch weiterhin in ihrer bisherigen Form erhalten.

Optimierung der Gewässersohle

Die Leiblach wird in ihrer Ausbaugröße so angepasst, dass die Gewässersohle künftig deutlich mehr Struktur, Stabilität und Variabilität erhält. Ziel ist die Schaffung von:

  • unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten 
  • abwechslungsreichen Tiefenbereichen 
  • strukturreichen Sohlenzonen 
  • verbesserten Lebensräumen für Fische und Makrozoobenthos 


Dadurch soll die ökologische Funktionsfähigkeit des Gewässers langfristig verbessert werden.


Beschattung Ufergehölze

Entlang des Gewässers ist ein überwiegend durchgehender Bewuchs mit Gebüschen und Bäumen vorgesehen.Diese Maßnahmen sollen die seit langem notwendige Beschattung der Leiblach sicherstellen und dadurch:

  • die sommerliche Erwärmung reduzieren 
  • die Wasserqualität verbessern 
  • Lebensräume stabilisieren 
  • die ökologische Widerstandsfähigkeit erhöhen 


Um die Hochwasserabfuhr dauerhaft sicherzustellen, wird es jedoch notwendig sein, den Gehölzbestand künftig regelmäßig pflegend und regulierend zu bewirtschaften.


Hochwasserschutz

Die neue Ausbauvariante der Leiblach wird so dimensioniert, dass ein Hochwasserereignis in der Größenordnung des Jahres 2024 weiterhin schadlos abgeführt werden kann.

Damit wird sowohl:

  • die hydraulische Leistungsfähigkeit des Gewässers

als auch 

  • die Sicherheit angrenzender Bereiche dauerhaft gewährleistet.

Bauzeit und Kosten

Die geplante Bauzeit erstreckt sich von Mitte September 2026 bis voraussichtlich Frühjahr 2027.

Die veranschlagten Baukosten betragen rund 2,5 Millionen Euro und werden zur Gänze vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft getragen.


  • Veröffentlicht: 27. August 2026
  • Quelle: Land Vorarlberg, Abt. Wasserwirtschaft (Markus Mayer)