Japankäfer - Situation in Vorarlberg

Japankäfer

Im Juli 2025 wurde erstmals ein Japankäfer in Österreich nachgewiesen. Im Zuge weiterer Erhebungen wurden im selben Jahr vier weitere Exemplare in der Nähe des ersten Fundortes in Hörbranz bestätigt. 

Vorarlberg betreibt bereits seit mehreren Jahren ein landesweites Fallennetz, das sich vorrangig entlang der Hauptverkehrsrouten sowie an Grenz- und Zollstellen erstreckt. 

Seit dem Erstfund wurden die Überwachungsmaßnahmen deutlich intensiviert, um ein mögliches Auftreten dieses Schädlings frühzeitig zu erkennen.

Maßnahmen zum Schutz

Ziel der laufenden Kontrollen ist es, eine mögliche Ansiedlung des Japankäfers so früh wie möglich festzustellen und rasch geeignete Maßnahmen zum Schutz von Landwirtschaft, Gartenbau und dem heimischen Pflanzenbestand einzuleiten. 

Die Maßnahmen basieren auf dem österreichischen Notfallplan für den Japankäfer, der das Vorgehen bei Verdachts- und Befallsfällen klar regelt.

Bedeutung für die Landwirtschaft

Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt ursprünglich aus Ostasien und zählt in Europa sowie Nordamerika zu den invasiven Schädlingen. 

Für die menschliche Gesundheit ist er ungefährlich, jedoch können sowohl die Larven als auch die erwachsenen Käfer erhebliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen, Obst- und Zierpflanzen sowie Grünflächen verursachen. 

Der Schädling befällt mehr als 400 verschiedene Wirtspflanzen.

Aus diesem Grund ist der Japankäfer meldepflichtig und wird österreichweit streng überwacht.

Besonders problematisch ist die Verbreitung des Käfers durch unbeabsichtigte Verschleppung mit Transportmitteln wie Autos, Lastkraftwagen oder Zügen. Die Käfer können sich dabei an Fahrzeugen festsetzen oder in Gepäck, Waren und Pflanzen mittransportiert werden. 

Achten Sie daher bitte darauf, dass Ihr Fahrzeug, Ihr Gepäck sowie mitgeführte Pflanzen nach Aufenthalten oder Reisen – insbesondere in betroffenen Gebieten Italiens und der Schweiz – frei von Käfern sind.

Bevölkerung um Mithilfe gebeten

Die Bevölkerung wird gebeten, auf verdächtige Käferfunde zu achten und diese umgehend dem Amtlichen Pflanzenschutzdienst zu melden.


Aussehen

Der Japankäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer und ist circa 10 mm groß. Der Kopf und das Bruststück sind metallisch grün/gold gefärbt, die Flügeldecken sind kupferfarbig schillernd. Die Larven haben die Form von Engerlingen und werden bis zu 30 mm groß.


Erkennungsmerkmale

Die jeweils fünf weißen Haarbüschel entlang des Hinterleibs sowie zwei weitere Büschel auf dem letzten Hinterleibssegment. Bei Gefahr verharrt er regungslos und spreizt seine Beinpaare weit auseinander.


Schadbild

Die Käfer fressen an den sichtbaren Teilen der Pflanzen, an Blättern, Blüten und Früchten. Die Blätter werden zuerst löchrig und können später sogar ganz abgefressen werden. 

Die Larven leben im Boden und fressen an den Wurzeln von Gräsern und anderen krautigen Pflanzen. Dadurch können die Pflanzen geschwächt werden oder absterben. Auf Rasenflächen oder Weiden entstehen dann braune Stellen.


Verwechslungen

Der Japankäfer ist verwandt mit Maikäfern, Junikäfern und kleinen Julikäfern und sieht ihnen recht ähnlich. Bei näherer Betrachtung jedoch ist er gut von ihnen zu unterscheiden.

Verwechslungsgefahr Japankäfer


Meldungen an:

Meldeplattform der AGES:

https://tforms.ages.at/japankaefer-meldungen

Was ist bei einem Verdachtsfund zu tun?

  • Den Käfer möglichst einfangen und sicher aufbewahren (z. B. in einem verschlossenen Behälter im Tiefkühlfach)
  • Ein möglichst scharfes Foto des Käfers machen
  • Fundort und Funddatum notieren
  • Die Meldung an den Pflanzenschutzdienst oder über die AGES-Plattform übermitteln


  • Veröffentlicht: 26. Juni 2026
  • Quelle: Land Vorarlberg, Abt. Landwirtschaft & ländlicher Raum (Va)